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  • AutorenbildDaniele Di Fronzo

Norwegen und BC Kanada again

20 Jahre Jubiläum Skeena und immer noch heiss ......

 

Nach 7 Monaten endlich wieder mal mit der Zweihand unterwegs.


Der erste Trip führte mich an die Orkla nach Norwegen, wo ich mit ein paar Freunden mehrere Teilstücke befischen konnte.Es brauchte einen ganzen Tag bis ich in etwa wieder zufrieden mit meinen Würfen war, besonders meine Backhand liess zu wünschen übrig.


Von Tag zu Tag ging es besser und langsam machte ich meinen Frieden mit mir selber. Dies zeigt auch mir persönlich auf, wie schnell die Abläufe verschwunden sind und immer wieder trainiert werden müssen. Durch mein intensives Programm im Frühjahr kam ich aber schlicht weg nicht dazu, dies im Vorfeld zu trainieren und somit musste der Preis bezahlt werden.


Die Geschichte ist schnell erzählt und gehörte nicht zu meinen Highlights aus Sicht von Fängen in diesem Jahr. Trotz Demut gemischt mit einer riesigen Ausdauer bekam ich keine Chance einen Lachs zu landen. Die Natur meinte es nicht gut mit uns und liess dem tiefen Wasserstand geschuldet keinen Einstieg von Lachsen zu. Nach dem erfolgreichen letzten Jahr mit mehr als einem Dutzend Lachse, konnte die gesamte Gruppe in diesem Jahr nur 2 Lachse landen. Einige Forellen erbarmten sich und dies war es dann auch schon. In den letzten 2 Tagen setze der Regen ein und das Wasserlevel stieg, wobei es für uns bereits zu spät war. Die Fänge für unsere Nachfolger waren dementsprechend erfreulich und es konnten wieder einige Lachse verhaftet werden. So ist Norwegen eben – auch der Grund dafür, warum ich hier keine Reisen für Gruppen organisiere. Persönlich für mich kein Problem, denn ich geniesse es ungemein in dieser tollen Landschaft zu fischen.

Im Wissen darum, dass 4 Wochen Kanada auf mich warteten, konnte ich also zuversichtlich nach vorne schauen und war mir sicher einige Lachse zu fangen.Grundsätzlich kann man da mit einer ganz anderen Menge rechnen und es ist fast unmöglich keine zu fangen, wenn man ein gewisses Know-How hat.


Also kurz nach Hause und sofort weiter nach Terrace, wo ich meine Freunde aus Italien Francesco sowie Alessandro und Robert aus der Schweiz erwartet. Nach einigen Vorbereitungsarbeiten konnte ich diese am Flughafen abholen und freute mich ihnen den Skeena und den Kitimat zu zeigen. Für alle 3 war es eine neue Erfahrung und natürlich mit einigen Fragezeichen verbunden, wobei ich mir gar keine Sorgen machen musste sie zufriedenzustellen. Alles begnadete Werfer bzw. Fischer, welche vom 1. Tag an in diesem Bereich absolut keine Probleme hatten und nur angewiesen waren an den richtigen Stellen zu Fischen. Im Vorfeld hatte ich den Einsatz vom Material schon besprochen. Somit war auch diese Problematik geklärt und es gab nur noch kleine Anpassungen vorzunehmen. Der Keypoint für diese Gruppe war einzig die richtige Drift zu finden und die Hänger bedingt durch die schweren Tips zu reduzieren. Dies ist eine Gradwanderung und erfordert sehr viel Konzentration ansonsten wird es nicht klappen.

Hier ein paar wichtige Punkte:

- Auswahl der richtigen Bleischnur (mit zunehmenden Können kann man vieles kompensieren)

- Einwurfswinkel der Schnur der Situation angepasst

- Menden der Schnur zum richtigen Zeitpunkt

- Beschleunigen verlangsamen der Drift bei verschiedenen Wassertiefen / grossen Steinen im Flussbeet


Dies ist in meinen Augen neben anderen kleinen Herausforderungen das Schwierigste um pazifische Lachse zu fangen. Die Fliegen und die Vorfachlänge sind im Grundsatz das kleinste Problem, wobei es auch hier ein paar Kriterien gibt, die zu beachten sind.

Folgende These wage ich heute mit meiner Erfahrung zu machen:

Stimmt die Fliege und die Drift nicht, fängt man nur «Selbstmörder»-Fische.

Stimmt die Drift und die Fliege nicht kann man trotzdem alle pazifische Lachse fangen

Bereits ab den 1. Tag fingen meine Freunde Fische, aber der Prozess musste durchlaufen werden. Darum gab es immer wieder kleinere Rückschläge, welche sofort ausgemerzt wurden. Wie gesagt: Alles hervorragende Fischer, welche die Inputs sofort umsetzen konnten. Für Robert kein Problem, der ja bereits etliche atlantische Grosslachse gefangen hat. Für meine italienischen Freunde wiederum schon gewöhnungsbedürftig, wenn da ein Schnellzug plötzlich abging. Da die Fische wenige Kilometer vom Meer entfernt gefangen wurden, war hier die ganze Kampfkraft noch vorhanden und führte bei den ersten Lachsen zu einer gewissen Überforderung. Es herrschte die Angst die Rute könne brechen, das Vorfach könne reissen usw., was einem beim Drill nur Fehler machen lässt. Die einzig richtige Antwort lautet: Drillen was das Zeug hält! Vertrauen, dass das Material hält und ja nicht dem Lachs nachlaufen, sondern ihn immer gegen die Strömung halten. Um dies zu erreichen, braucht es einige Drills und das durfte auch die Gruppe erfahren. Es stieg eine Unmenge an Pinks ganz frisch vom Meer auf, noch mit Läusen bedeckt, welche geeignete Trainingsfische darstellten und natürlich gab es auch immer wieder Rotlachse dazwischen auf welche wir es eigentlich abgesehen hatten. Dann kam die Stunde der Wahrheit und wir machten zwei Ausflüge an den Kitimat, wo es dann richtig zur Sache ging mit den Hundslachsen (ca. 10-14 Kilo). Alessandro, welcher wahrlich kein Riese ist, und Francesco, das Leichtgewicht, wurden so überrascht, dass ich sie bei den Drills fast festhalten musste. Gross war die Gefahr, dass diese ins Wasser gezogen wurden. Unglaubliches Staunen sah ich ihren Gesichtern, eine andere Dimension wurde ihnen eröffnet und aufgezeigt, was die Ruten alles aushalten. Nach einigen Stresssituationen war das Thema durch und die Fische wurden mit einem Selbstverständnis gelandet - als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Apropos Ruten erhielt ich den Auftrag von https://pozoflyfishing.com/en/ diese zu testen. Eine Zweihand Traveler 6 - teilig in der Klasse 8 13 ft / Klasse 9 14 ft wurden mir 3 Tage vor Abreise frisch von der Werkbank von Mikael übergeben. Die ganzen 4 Wochen über habe ich meine Loop nicht eingesetzt und mit höchstem Genuss gefischt. Francesco hatte seine gebrochen (Schlag auf den Blank) und somit verwendete auch er die 8er von Pozo. Wir tauften sie aufgrund ihrer roten Farbe «Ferrari» und waren für den Rest des Urlaubs begeistert. Mit ihrem sehr geringem Gewicht machte sie es die über 700 Würfe im Tag zu meistern sehr einfach. Schon nach 2 Wochen konnte ich Mikael für die anstehende Produktion mein «Go» geben und ich denke diese Rute wird auf Ende Jahr zu einem fairen Preis auf den Markt kommen.

Ein besonderes Highlight war es am Abend mit den Jungs gemeinsam unser Essen zu kochen. Der Menuplan konnte sich sehen lassen. Eine gute Flasche Rotwein war auch immer dabei. Viel zu schnell gingen die 2 Wochen vorbei. Das Fazit lautet: Gut gefangen, viel gelernt und dies in einer traumhaften Landschaft.

Die einen gehen und die anderen kommen und ich durfte bleiben. Ein ganz besonderer Urlaub war es für mich mit der 2. Gruppe von Freunden. Konnte ich mit Andy und Ralf doch das 20 Jahre Jubiläum am Skeena feiern. 2003 haben wir uns da kennengelernt und sind seither zu absoluten Wiederholungstätern geworden. Es gibt nichts, was wir nicht schon erlebt hätten in all den Jahren. Steigern können wir es schon lange nicht mehr, alles haben wir schon gefangen und das in Grössen, welche wahrscheinlich nicht zu überbieten sind - dennoch sind wir jedes Jahr da. Doch eine Steigerung gab es dennoch, wenn ich so richtig überlege. Da ich von Anfang an mit der Fliegenrute unterwegs war und meine 2 Freunde konventionell fischten, haben sie es geschafft nun das 2. Jahr in Folge ihre Komfort Zone zu verlassen und es auch mit der Fliege zu versuchen. Mit Stolz kann ich sagen, die haben es jetzt drauf und aus den Bildern könnt ihr erkennen, dass sie dies mittlerweile ebenso gut beherrschen. Besonders hat es mich gefreut, dass Johannes zum 1. Mal auch dabei war und sich der Herausforderung stellte. Bereits nach 5 Minuten hatte er den 1. Lachs an der Angel und landete diesen auch noch. Ein Naturtalent schlicht weg, welcher sich im Vorfeld gut mithilfe seiner Zweihand vorbereitet. Besser geht nicht und so hatten wir jeden Tage tolle Fänge zu vermelden - es war stets etwas Besonderes dabei. Viel Glück hatten wir mit den Cohos, die immer zahlreicher den Fluss hoch kamen und besonders erwähnenswert war der Aufstieg der Hundslachse im Skeena. In einem Ausmass, das ich in all den 20 Jahren nicht erlebt hatte, mussten wir dafür ansonsten immer an den Kitimat ausweichen. Schönes Highlight hatten wir natürlich auch mit der Tierwelt als wir am Fluss erleben durften wie eine Grizzlymutter ihren 3 Jungen das Jagen und Verspeisen der Lachse beibrachte. Dies live zu sehen ist einfach unbezahlbar und ein riesiges Geschenk der Natur.

Unmengen von Lachsen habe ich gefangen, jedoch nur 4 Steelheads (80 – 85 cm) in dieser Zeit. In der Gruppe gelang es einzig Ralf noch eine Steelhead zu fangen, was sich in den Aufstiegzahlen widerspiegelt. Wieder so einen herben Rückschlag zu erleben, nachdem wir in den letzten Jahren wieder Hoffnung schöpfen durften, war schade. Auf der Lodge wurde von anderen Gäste in dieser Zeit eine von 102 / 98 cm gefangen, was aussergewöhnliche Fische sind. Was aber nachdenklich stimmt ist dieser Rückfall - trotz den intensiven Bemühungen der letzten Jahren ist die Menge bescheiden.

Im Gesamten war es wieder ein tolles Jahr mit guten Fängen und Erlebnissen. Die Daten für das nächste Jahr stehen schon wieder fest und wie gesagt: Jedes Jahr ist anders und wir sind einfach nur dankbar, dass wir dies immer wieder erleben dürfen. Ein herzliches Dankeschön an meine Begleiter für diesen tollen Urlaub und es bleiben viele schöne Erinnerungen. Ein ganz besonderer Dank an Ralf und Andy für diese aussergewöhnliche Freundschaft über die lange Zeit hinweg. Ich hoffe die Gesundheit bleibt uns treu und wir können dies noch viele Jahre gemeinsam erleben. Allenfalls auch mit Rollator.

Ein Dankeschön auch an Simone und Klaus von http://fishermans-no-1.com/-Lodge für den tollen Service über alle diese Jahre. Es ist zu befürchten, dass wir noch lange kommen und wir hoffen weiterhin auf eine faire Menge an Lachsen / Steelheads im Skeena.


Wünsche euch viel Spass bei der Bildern in der Galerie und meldet euch, wenn ihr weitere Fragen habt.



 

Gefischt wurde:

Ruten

Pozo Travel Klasse 9 + 8

Rollen

Loop Evotec HD

Loop Opti Strike

Schnur

Vision Hammer Skagit 600/650 gr

Sinktip T 11 - T 17

Bezugsquellen

Rute

Rolle + Sink Tip

Tight lines

+ 41 79 759 22 70















1 comentario


Jürgen Kammann
Jürgen Kammann
06 sept 2023

Super schöner Beitrag Daniele 👍 und tolle Bilder. Man sieht die Freude und Zufriedenheit der Teilnehmer.🍀🎣🫶

Lg Jürgen

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