• Daniele Di Fronzo

Grenzerfahrung Tarpon

Ein unglaubliches Spektakel ...............

 

Durch Freunde aus Italien kam ich in Kontakt mit Giuliano, der zusammen mit seinem Partner die Tarponville Fishing Lodge in Costa Rica betreibt.Aus diversen Quellen erfuhr ich, dass es hier absolut möglich sei den «Fisch des Lebens» auf der Fliege zu fangen. Was mich aber ebenso sehr reizte war

die unbeschreibliche schön Lage am Rand des Regenwalds und mit Strand praktisch direkt der vor der Haustüre.


Kurz entschlossen organisierte ich mit Mirco, Raul und Ralf eine Gruppe, die dasselbe Ziel verfolgte. Die glückliche Fügung, dass Mirko schon mal vor Ortwar machte das Unterfangen einiges einfacher und ich konnte die Reise ohne grosse Probleme organisieren. Andino Reisen organisiert mir einen tollen Direktflug

ab Zürich, unsere Italiener mussten jedoch in Paris zwischenlanden. Nach der Ankunft ging es erstmal in ein Hotel in Flughafen-Nähe, wo wir dann am nächsten Morgen von einem klimatisierten Kleinbus abgeholt wurden. Die Fahrt raus aus San José führte uns innerhalb von rund 5 Stunden dicht an die Grenze zu Panama. Es war beeindruckend, wie mit jedem Kilometer die Regenwälder zunahmen und die Landschaft einfach nur fantastisch war. Bald einmal sahen wir Tiere und Vögel, die wir nur aus dem Fernseher kannten oder Schmetterlinge so gross wie A4-Blätter. Das satte Grün und die bombastische Fauna sind einfach unbeschreiblich. Demgegenüber nahm aber auch die Armut zu und die Häuser mutierten zu Baracken, welche gerade knapp Schutz vor Regen boten. Plantagen von Bananen und Ananas nahmen überhand und sind wohl neben dem Tourismus, die einzige Einnahmequelle in dieser Gegend.

Endlich angekommen an einem wunderbaren Strand führte eine Hängebrücke zum Eingang in das Regenwald-Reservat. Nach etwa 500 Metern stand man vor der Lodge- ich war wirklich überwältigt. All dies wäre heute nicht mehr möglich, aber die Lodgebetreiber profitieren hier von einer Sonderregelung, welche schon lange zurückliegt und auf die nächsten Jahre gesichert ist. Die Lodge wurde auf und um Felsen gebaut, was dazu führte, dass in einigen Zimmern einfach darum herum gebaut wurde.

Die Tierwelt ist hier immer und überall präsent in Form von Faultier, Affen, Kaiman, Hunderten von Vögeln, Leguan, Tapir, Eidechsen usw. Man muss aber auch damit rechnen, dass die Krabben vom Strand kommen und sich in den Watschuhen niederlassen. Die Ameisenstrassen sind kilometerlang und es herrscht ein riesiger Transport von Blättern.


Nun ich wollte ja eigentlich vom Fischen berichten. Am Nachmittag ging es am Strand schon los, wo man bequem auf Trigger und Jacks fischen konnte. Gar nicht so einfach diese zu fangen aber ich hatte sehr bald schon Kontakte- nur bei der Landung haperte es noch. Danach wurden die Ruten für das Tarponfischen aufgebaut, welches immer einen Ausflug am Morgen und einen am Nachmittag vorsah. Von Zefix hatte ich 2 Loops 7 X in der Klasse 10 und 12 dabei. Natürlich mit den unschlagbaren Looprollen, welche mich schon jahrelang begleiten. Für den Tarpon war natürlich Klasse 12 vorgesehen und ich will es kurz machen: beim Vorfach hatte ich eine gewisse Arroganz und war der Meinung ein 60 FC würde reichen. Bereits am 1 Tag musste ich erfahren, was für eine Urgewalt diese Tiere haben. Anschlag, Explosion, Fisch 3 Meter in der Luft und Vorfach ging zu Bruch. Sprachlos stand ich da! Die ganze Sache hatte lediglich 5-10 Sekunden gedauert aber der schmerzvolle Verlust dauerte um einiges länger. Konsequenz daraus ein 100 FC drauf und weitermachen aber wie üblich kam an diesen Tag natürlich kein verwertbarer Biss mehr. Mein Freund Ralf brachte aber einen an die Fliege, der sich jedoch nach kurzem Spektakel auch verabschiedete. Die Italiener fingen noch Jacks und schon war ein beeindruckender toller Tag rum.

Am zweiten Tag hatte Ralf am Morgen wieder einen dran der uns bestens unterhielt mit seinen spektakulären Sprüngen. Zwischendurch gab der Tarpon mal kurz Gas und man sah ihn dann nach einer Flucht von 200 Metern am Horizont aufspringen. Mit der Zeit war er wieder im Kontrollbereich der Hauptschur. Plötzlich kam der Fisch aber auf das Boot zu und tauchte unten durch. Das ging 2-3 mal gut. Einen kurzen Augenblick später wurde Ralf so von ihm überrascht, dass er mit der Spitze die Bootskante touchierte. Die Quintessenz daraus war der Bruch der Spitze. Sein lautes Fluch konnte man bis rüber nach Panama hören. Unser Guide erklärte uns, dass in dieser Situation die Rute an der Bootswand entlang ins Wasser müsse und man den Fisch einfach machen lassen soll. Mit der Zeit könne man dann um die Spitze des Boots herum und auf der anderen Seite weiter drillen. Nun also Ersatzrute raus, weitermachen und aus den Erfahrungen lernen. An diesem Morgen passierte dann aber leider nichts mehr. Am Nachmittag wurde ich fälschlicherweise Opfer eines schönen Tarpons, weil ich ihn schlichtweg falsch angeschlagen hatte. Obwohl ich es besser wusste war mein Impuls einfach stärker. Der Anschlag erfolgt konsequent nicht nach oben sondern Rute nach hinten und Schnur zurückziehen. Später gegen Abend kam endlich der erhoffte Biss. Diesmal machte ich alles richtig und dran war er und beschäftigte mich bis in die Dunkelheit hinein. Natürlich brauchte ich viel zu lange aufgrund meiner mangelnden Erfahrung. Nach anderthalb Stunden sagte mir der Guide wie ich den Tarpon besser unter Kontrolle bringen und müde machen konnte. 5 Anläufe später konnten wir endlich landen und mein Ferienziel war somit bereits erfüllt. Die Fische werden durch die Guides geschätzt und mein Exemplar wurde auf eine Länge von rund 130 cm eingestuft mit einem Gewicht von etwa 50-60 Kg. Kaputt und ausgelaugt ging suchten wir in der Nacht den Heimweg und ich war froh nicht mehr fischen zu müssen. Ich fischte praktisch immer mit dem gleichen Streamer und fing im Durchschnitt 2 Fische pro Tag, was bei dieser Grösse fast nicht zu händeln ist. Ich ertappte mich nach einem Fisch sogar dabei, dass ich gar keine Lust mehr zum Fischen hatte und eigentlich nur noch den Augenblick und die traumhafte Umgebung geniessen wollte.


Wir fischten noch weitere 2 Tage in der Flussmündung und schafften weitere 13 Tarpons- wobei die Meisten davon nicht gelandet werden konnten. Die Chancen liegen bei etwa 20 %, wobei der Glücksfaktor eine ungemeine Rolle spielt. An einem Morgen gelang mir mit 4 Tarpons ein Rekord, wobei ich schlussendlich nur den Letzten landen konnte, der aber war ein Prachtstück von 140 cm Länge und ca. 60 Kg. Dazwischen konnte man natürlich auch Jacks fangen und Einige unter uns fingen bis zu 5 Stück in einer Ausfahrt von bis zu 10 kg. Diese Fische können dich locker auch eine halbe Stunde beschäftigen und werden oft behändigt für die Einheimischen. Wir hatten das Glück davon kosten zu dürfen und es schmeckte schlichtweg wunderbar. Das Essen auf der Lodge ist sehr abwechslungsreich. Man muss sich aber einfach bewusst sein, dass man mitten im Dschungel ist und in keinem Fine Dining Restaurant.


Leider schlug das Wetter um und auf dem Meer war es dann schlicht nicht mehr möglich zu fischen. So gingen wir mit unseren 10 Ruten in der Lagune und dem Strand entlang fischen. Normalerweise ist das Wetter in dieser Zeit beständiger aber es hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber die Natur ist zum Glück nicht beeinflussbar und das ist auch gut so.


Wer mal so eine Grenzerfahrung erleben möchte kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Die beste Zeit dafür sind im Frühjahr die Monate März, April, Mai und im Herbst September, Oktober. Die Temperaturen waren um die 30 Grad und es ist zwingend erforderlich sich mit dem höchsten Sonnenschutzfaktor einzucremen und sich entsprechend zu kleiden. Wer unter Seekrankheit leidet sollte unbedingt vorsorglich Tabletten mitnehmen, was mir persönlich sehr geholfen hat. In Zusammenarbeit mit Andino Reisen haben wir diese Reise ins Programm aufgenommen und beraten und informieren dich gerne zu allen Fragen.Einfach eine Mail an mich senden oder direkt beim Reisebüro melden.

Nun habe ich natürlich noch ein paar Fotos davon für euch und bin überzeugt, dass euch diese gefallen werden.

Viel Spass dabei.

 

Material welches ich eingesetzt habe:

Loop 7 X Klasse 10 für Jacks, Bonefisch, Trigger, Snug usw.

Loop 7x Klasse 12 für Tarpon mit Intermediate von Scientific Anglers

Streamer habe ich eine Kollektion von Mirco Band bekommen

Lodge:


https://www.tarponville.com


daniele@flyfishing-difronzo.ch

+ 41 79 759 22 70

Tight lines und gesund bleiben