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Gibt es Rezepte wie man Steelhead landet ??

Autorenbild: Daniele Di Fronzo
Daniele Di Fronzo
27. Aug.
7 Min. Lesezeit

....hier ein paar Tipps ............



Ich bin seit 2003 jedes Jahr am Skeena in British Columbia und versuche, Lachse und natürlich Steelheads zu fangen. In dieser Zeit hat sich mein Erfahrungsschatz natürlich erweitert und ich habe gelernt, vergangene Fehler auszumerzen. Ich darf sagen, dass wir heute die Sicherheit haben, einiges richtig zu machen. Der Austausch und die Erlebnisse am Wasser mit meinen Freunden zeigen mir, dass vieles zum Erfolg führen kann. Dennoch gibt es absolut keine Garantie, dass der Plan aufgeht. Der Faktor Zeit und der Spot sind einfach abhängig davon, wann die Fische durchziehen, und das hat schlichtweg mit Zufall zu tun.

Gerne erläutere ich im Bericht noch, welche Dinge wohl die wichtigsten sind, die man beeinflussen kann, und worauf ich speziell Wert lege.

Dieses Jahr war ich mit zwei Gruppen von Freunden unterwegs. Die erste Gruppe hatte noch keine Erfahrungen mit Zweihand-Fischen, insbesondere nicht mit Lachsfischen. Man muss übrigens nicht mit Zweihand fischen, es geht auch mit einer Einhand, aber bei so vielen Würfen am Tag (ca. 800) kann man das Bier danach noch locker heben. Meine Freunde Alessandro und Francesco aus Italien hatten diese Erfahrung schon einmal gemacht, aber neu waren Sven, Dani und Raymond aus der Schweiz, die diese Herausforderung suchten. Die größte Problematik sind immer die ersten zwei bis drei Tage, bis man das Gefühl hat, eine passende Drift hinzubekommen und die Stellen so abzufischen, dass es keine Hänger gibt. Da es sich um erfahrene Fischer handelte, gelang dies relativ leicht, obwohl manche meinten, man müsse das Gewicht der Sinkschnüre verringern, was absolut nicht die Lösung ist. Der Erfolg ist nur garantiert, wenn man absolut am Grund fischt, und das kann man steuern: durch den Einwurfswinkel, die Sinkphase, das Beschleunigen oder Verlangsamen der Schnur. Alles andere ist dem Problem ausweichen und absolut nicht zielführend. Dadurch war hier ein wenig Überzeugungsarbeit bei den neuen Lachsfischern nötig. Schon bald stellten sich die Erfolge ein und jeder hatte Drills. Sie mussten lernen, wie man die großen, kräftigen Fische landet und konnten sich endlich von den Gedanken verabschieden, die Rute könnte brechen usw. Die Routine war schnell da, aber aufgrund des hohen Wassers mussten die Fische richtig abverdient werden, da sie die Möglichkeit hatten, auf praktisch der doppelten Wasserfläche aufzusteigen. Persönlich muss ich sagen, dass es äußerst schwer war und ich mit meinen Fängen weit hinter dem zurückblieb, was ich an Stückzahlen gewohnt bin. Besonders gelöst hat es unser jüngstes Mitglied Sven, der in den Zeiten, in denen man Wurf um Wurf tat und nichts ging, anfing zu singen, als ob er die Fische beschwören wollte. Es sei angemerkt, dass es sich nicht besonders gut anhörte und wir insgeheim hofften, dass bald ein Fisch anbiss, was sich natürlich oft zu lange hinzog. Der Leidensdruck war in meine Ohren enorm, aber wir mussten das aushalten.

Die Zahlen der Rotlachse waren sehr gut, trotzdem konnten wir hier nicht zufrieden sein. Wir hofften auf Besserung für die zweite Gruppe. Alles andere war im Rahmen und die Aufstiegszahlen Steelheads waren einfach hervorragend.

Es gab es für jeden auch Ausnahme Fische wie Alessandro, der am letzten Tag einen wunderschöne Steelhead von rund 90 cm fing, Ray, der einen von etwa 85 cm fing, und der maßlose Sven, der an einem Tag gleich drei Steelheads landete um die 80 cm. Bei den Hundslachsen waren Francesco und Dany mit sehr großen Fischen dabei, und es gelang auch schon früh in der Saison, einige Coho zu überlisten.  Am Ende konnte jeder einige Kilo geräucherten Lachs und viele besondere Erinnerungen an die Umgebung und die Tierwelt mit nach Hause nehmen. Erwähnen möchte ich natürlich auch unsere kulinarischen Höhenflüge mit italienischer und Schweizer Küche in der Gruppe.  

Nach zwei Wochen war Schluss und ich erwartete Kari aus der Schweiz sowie Friedhelm und Ralf aus Deutschland für den zweiten Teil meines Aufenthalts. Joachim war auch schon da und entschloss sich, ab und zu auch dem Fliegenfischen zu widmen, obwohl er mit Spin/Glow bis zu acht Steelheads am Tag fing. Die Hoffnung war groß, dass es sich mit den Rotlachsen besser würde, aber leider hat sich der Zustand nicht gebessert und es blieb dabei, dass wir mühsam fingen. Toll war, dass wir nicht unbedingt in der Menge glänzten, sondern einfach große Fische fangen durften, die nicht alltäglich sind. Für uns, die wir schon seit mehreren Jahren dort fischen, ist es ohnehin so, dass wir verlieren würden, wenn wir uns an der Menge bzw. Länge messen, da wir uns kaum noch steigern können.

Wir genießen die Zeit gemeinsam am Fluss und die Abenteuer, die nicht immer gesucht sind, sondern einfach geschehen.Ohne dass ich Namen nennen will, gab es doch einige Erlebnisse, die man sicherlich nicht vergessen wird, wie auch diesen Urlaub. Da gab es Teilnehmer, die Fische zurücksetzten, in der Meinung, es sei eine Steelhead, obwohl es ein schöner Coho war, den man hätte verwerten können. Oder mir ist bisher auch noch nie passiert, dass ich Teilnehmer aus den Fängen der Polizei befreien musste. Oder dass gewisse Leute am Boden liegend ihre Lachse drillen. Oder dass einer außer Gruppe mit den Händen gesichert werden musste, weil er drohte, mit dem Lachs ins Wasser gezogen zu werden, usw. Danke für diese unvergesslichen Momente, die sich in ein paar Jahren beim Erzählen sicherlich noch dramatischer anhören werden.

Was für uns aber sicherlich immer noch ein absolutes Highlight ist, ist eine Steelhead zu fangen, ganz egal, wie groß sie ist. Wer das erlebt hat, will dieses Gefühl immer wieder erleben. Was macht sie im Gegensatz zu den pazifischen Lachsen so besonders? Ich versuche es mal zu beschreiben, wobei die Emotionen live überwältigend sind und nicht schriftlich so festgehalten werden können.


Du machst 100 Würfe und es geschieht nichts. Dann plötzlich explodiert das Wasser in einer Bugwelle. Während du versuchst zu verstehen, was abgeht, geht ein Fisch mit der Geschwindigkeit eines Schnellzugs ab und reißt dir die Schnur bis hinten ins Backing ab.  Wenn du Pech hast, löst sich die Fliege ohne Widerhaken und springt noch ein paar Mal mindestens einen Meter aus dem Wasser (bei grossen Fischen eher nicht). Dann gibt es Richtungsänderungen, die kein Mensch nachvollziehen kann, und deine Schnur ist absolut nicht unter Kontrolle. Es ist Slagline bis zum abwinken, also hast du die ersten zwei Minuten nichts im Griff. Wenn du das überstehst, hast du eine 50-prozentige Chance, den Fisch zu landen, wobei noch einige Herausforderungen anstehen. Im Vorteil ist, wer schon öfter einen solchen Fisch gefangen hat und alles mit Ruhe angeht. Für Neulinge ist es eine emotionale Überforderung, und die Angst, den Fisch zu verlieren, ist sicherlich auch keine Hilfe. Die Landung ist auch immer wieder eine große Schwierigkeit, denn sobald sie in Ufernähe gedrillt werden, drehen sie durch und man muss oft vier- bis fünfmal ansetzen, um den Fisch in den Kescher zu bringen.

Bin immer wieder dankbar wenn es passiert und ich weiss es ist ein Privileg einen solchen Fisch fangen zu dürfen und eine Droge auf die ich nicht verzichten will. Trotz sehr hohen Zahlen habe ich auch dieses Jahr nicht mehr Steelheads als sonst gefangen. Im Grunde kann man sehr wenig wirklich beeinflussen. Finde es sehr angenehm beim Fischen auf Lachs immer wiedermal eine Chance zu bekommen und versuche dies auch soweit als möglich zu beeinflussen obwohl der Zeitpunkt, wenn sie durchziehen der wichtigste ist. Kenne einige Fliegenfischer die es versucht haben und alles gegeben haben und keine gefangen haben und es zusammenfassend kann ich nur sagen es ein Geschenk des Flusses.


Habe mal eine Statistik über die Gruppen gemacht:

30 Steelhead-Runs, 16 gelandet.


Folgendes passe ich für mich an wenn ich explizit auf Steelheads fische

:

- Sinktip sind T 18/T 14, je nach Stelle auf mindestens 4 Meter. Also knapp über den Boden.

- Ich fische die Stellen, wo ich die Fische vermute, intensiver ab (Erfahrung aus vielen Jahren).

- Ich fische ein längeres Vorfach als beim Pazifischen Lachs.

- Ich fische die Fliege, besonders in der Endphase, schneller und in der letzten Phase aufsteigend.

- Die Fliege habe ich in ganz bestimmten Farben, die sich im Laufe der Jahre zu Favoriten entwickelt haben, wie z. B. Purple/Rosa /Orange oder Blau.

-Am wichtigsten ist jedoch die Wasserpräsenz. Die meisten scheitern, indem sie erwarten, dass es geschehen muss. Ich verbringe den Tag meistens acht Stunden am Wasser und fische davon mindestens sechs Stunden. Ihr könnt mir glauben, es artet in Arbeit aus, und ich darf behaupten, dass die mental Stärksten und Fleißigsten meistens belohnt werden. Es kann jeden Moment geschehen – oder eben nicht –, aber die Chancen erhöhen sich, wenn man die Fliegen im Wasser hat.


Die größte auf unserer Lodge war 98 cm und ich kann behaupten, dass es wirklich fast jeden Tag eine Chance gab, eine zu landen. Friedhelm und ich hatten 2 Rekordfische am gleichen Tag dran, die wir trotz geschlossener Bremse einfach nicht halten konnten. In der Meinung Friehelm hätte die Bremse zu lose rief ich ihm zu diese zu schliessen…….. seine Antwort ….. Daniele die ist voll zu... unglaubliche diese Kraft ..


Was soll's, wir träumen schon wieder von der Revanche.


Auch diese 2 Wochen waren schnell vorbei und besonders möchte ich mich bei Kari und Ralf bedanken für die tollen Menus. Resultat habe 2 Kg mehr auf der Waage. Nicht vergessen darf ich natürlich den genialen Kartoffelsalat und die Linsensuppe von Anke zu verdanken, einfach Weltklasse.


Im letzten Teil hatten wir natürlich viele andere Kollegen auf der Lodge, die unsere Passion teilen, und die ihre täglichen Highlights mit uns teilten. Wir genossen die Abende mit Gelächter, verstärkt durch importierten Appenzeller und feinen Zigarren begleitet. In Costa Rica sagt man „pura vida”.


Danke Avi, Thomas, Mario, Klaus, Karl und Bernd ihr seid auch immer eine Bereicherung für uns.


Ein herzlichen Dank an Simone und Klaus von der https://fishermans-no-1.com/ die uns jetzt schon Jahre aushalten und uns noch möglichst oft erdulden müssen. Es kann noch schlimmer kommen einer war dieses Jahr leider nicht dabei, möchte jetzt keine Namen machen aber er ist der absolute Liebling von Klaus.

Es war wieder ein tolles Abenteuer für mich und besonders freut es mich, wenn meine Freunde ihre Traumfische gefangen haben und alles sicher über die Bühne gegangen ist. Was will man mehr? Schon jetzt beginnt die Vorfreude auf die nächste Saison. Auf jeden Fall habe ich schon wieder gebucht. In 50 Wochen wird ein neues Abenteuer geschrieben. Bis dahin werde ich mich wieder auf kleinere Fische konzentrieren, die auf der Einhand genauso viel Spaß machen. Ach ja , fast vergessen dazwischen gehen wir auch noch nach Patagonien da gibt ein paar beachtliche Fische.

Hier noch ein paar Impressionen. Ich bin gerne bereit, Fragen zu beantworten.

Ruten im Einsatz

Pozo

Zweihand

Klasse 8 + 9

Länge 13 und 14 Fuss

Fragen an :

+41 79 759 22 70
















 
 
 

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