• Daniele Di Fronzo

Mit Trockenfliege auf Huchen

kein Scheiss, dass kann passieren............

 

In diesem Frühjahr habe ich wieder mit diversen Gruppen etliche Flüsse befischt.


Angefangen habe ich in Italien, wo die Bedingungen bis auf den ersten Tag hervorragend waren.

Nach fast 4 Monaten ohne Regen gab es ein solch heftiges Gewitter, dass die Brenta dermassen anschwellen liess, dass Fischen unmöglich machte.Kein Problem so musste halt der Bacchiglione dran glauben, wo wir uns mit Streamer, Nymphe und Trockenfliege schöner Forellen behändigen konnten.

Mein Freund Francesco hatte dies für mich innert kürzester Zeit organsiert und alles klar gemacht mit dem ansässigen Verein. Wieder einmal hatten sich meine Bekanntschaften durch die EFFA bezahlt gemacht und dank ihm hatten wir natürlich auch die besten Infos zu Spots und welche Art von Fliegen am besten ankommen.Ausserdem befischten wir in den darauf folgenden Tagen den Ansiei. In der Schlucht, welche wunderschöne Stellen aufwies konnten wir ein paar Forellen davon überzeugen anzubeissen, trotz des etwas hohen Wasserstands. Leider hatten wir am Auslauf zum See nicht so viel Glück mit den Äschen wie gewohnt. Dafür beschenkte uns der Piave mit ein paar schönen Forellen und Marmorata’s, was alles wieder wettmachte. Das Meiste wurde für einmal auf Trockenfliege gefangen und wir mussten nicht oft auf Nymphe oder gar Streamer zurückgreifen.

Grazie Francesco, Adriano e Sven per tutto.


Kurz darauf ging es bereits mit einer Gruppe nach Slowenien, wo wir eine tolle Wohnung als Headquarter hatten.Von da aus konnten wir diverse Flüsse befischen wie beispielsweise die Sava, die Sava Dolinka, die Savinja und die Idrija. Forellen und Äschen waren die Zielfische, welche meistens gegen Abend eine schöne Trockenfliegenfischerei zuliessen.

Ein weiteres Ziel der Gruppe war es die persönlichen Würfe, Drifts und Anbietetechnik zu verbessern. Mit Stolz darf ich sagen, dass die Jungs dies hervorragend umgesetzt haben und man die Fortschritte am Ende der Woche augenfällig sehen konnte. Ein etwas grösseres Problem stellte jedoch der Anschlag dar, welcher bei den feinen Tippets von 0.12 leider noch nicht ganz wie von mir gewünscht umgesetzt wurde und daher einige schöne Fische kostete. Dies entlockte mir ein paar Flüche auf Schweizerdeutsch wie z.B. « Gopfverdammi». Aber die Jungs nahmen mich mit der Zeit nicht mehr ernst und waren sich bewusst, dass mein Temperament bei Fisch an der Leine einfach mit mir durchbricht. Dafür entschuldige ich mich gerne an dieser Stelle, aber ich kann einfach nicht anders, wenn mich das Jagdfieber packt,.


Es bleibt dennoch festzuhalten, dass ein paar tolle Fische den Weg ins Netz fanden und sogar persönliche Rekorde gebrochen werden konnten. Adrian muss ich jetzt namentlich erwähnen, denn er schaffte es eine Äsche von 54 cm in den Kescher zu bringen, was weiss Gott einem Fischer nicht so einfach passiert. Einen Abendsprung an der Savinja muss ich ebenfalls noch erwähnen, denn da ging die Post so ab, dass es praktisch unmöglich war die Gruppe vom Wasser zu bringen. Man konnte die Fliege zwar nur noch erahnen, aber es gab kein Pardon für die Fische, und dass uns auch noch eine lange Autofahrt bevorstand spielte da keine Rolle mehr. Pures Jagdfieber war ausgebrochen.


Nun zur Headline des Posts «Mit Trockenfliege auf Huchen» ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, denn der Fall trug sich wie folgt zu: Eine von mir gehackte Forelle mit Trockenfliege von ca. 45 cm hatte auf einmal einen Begleiter von doppelter Grösse neben sich. Der Huchen stellte sich hinten an und beobachtete genüsslich meinen Drill. Während ich versuchte die Forelle zu retten schlug der Andere auf einmal zu. Plötzlich hatte ich den Huchen am Haken, der sich mit einer Flucht über ein paar Meter mit meinem Fisch im Maul und einer grossen Bugwelle verabschiedete. Das Staunen ringsum war gross und ich konnte live beweisen dass meine sogenannten Märchen über solche Situationen, wirklich passieren können.


Die Woche ging viel zu schnell vorbei und es hat mir viel Spass gemacht. Danke Adrian, Andreas, Stefan und Fabian und entschuldigt mich für das verpasste Morgenessen.


Kaum zuhause ging’s schon wieder weiter nach Bosnien mit der nächsten Gruppe.

Wie immer konnte ich auf einen tollen Service meiner Freunde aus Bosnien zählen, die einen Teil der Gruppe in Zagreb am Flughafen abholte, während ich mit Giovanni aus Italien direkt anreiste.

Der Plan der Woche war 5, eventuell auch 6 verschiedene Flüsse zu befischen, was dann aber leider nicht ganz aufging. Die Feiertage in der Vorwoche und die kommenden Pfingsttage hatten ein hohes Aufkommen von Fliegenfischern an den Flüssen hervorgebracht, was besonders an der Ribnik spürbar war. Da wir schon mehr als 10 Jahre dort fischen kannten wir jedoch genügend andere Plätze um dem Zustrom zu entgehen, zumal es eine Eigenart ist, dass Viele an den gleichen Ort fischen.

Ich habe mit Friedhelm zusammen mehrere Stunden an einem Platz gefischt ohne durch jemanden gestört zu werden.


Eines war in diesem Jahr jedoch anders. Die Fliegen waren meistens sehr, sehr klein und dann waren die Fische wirklich zickig. Wenn das Muster nicht passte verweigerten sie sich konsequent! Ganz so als ob sie Corona hätten und Maskenpflicht.Es gelang aber allen einige tolle Fische zu fangen, und wie alle Jahre wieder, waren 2 Fische dabei, welche im Bereich von 80 cm lagen. Giovanni konnte seine Forelle sogar einige Minuten halten, aber diese Fische haben es einfach drauf und schaffen es immer wieder sich aus prekären Situationen zu befreien. Das Problem ist einfach, dass man mit 0.12 oder sogar 0.10 fischen muss und einer absolut weichen Rute, geht man höher in den Vorfächern kann man diese Fische vergessen. Besonders bei so tiefen Wasserständen ist es nicht anders möglich. Mit der Nymphe hatte man nur eine Chance, wenn man schnelle Läufe befischte und die Vorfächer eine extreme Länge hatten.


Nach langen Jahren haben wir auch wieder einmal in der Sanica gefischt, die eine unglaubliche Entwicklung durchlaufen hat. Schöne Äschen in allen Grössen waren vorhanden und sie ist sicherlich wieder einen Besuch wert. Ganz abgesehen von einer tollenLandschaft, die man als Nebeneffekt erleben darf. Biasco, der Gewässerwart, den ich schon lange kenne sagte mir, dass das Fluss sehr wahrscheinlich im nächsten Jahr noch vergrössert wird. Da wir 2 Neue dabei hatten besuchten wir natürlich auch die Una im Nationalpark, die zum Fischen im oberen Teil nicht anspruchsvoll ist und unglaubliche Stückzahlen an Fische hergab.. Die untere Strecke im Kulen Vakuf ist ein Schatten gegenüber den früheren Zeiten und die Verantwortlichen sollten sich da sehr schnell mal Gedanken darüber machen.

Danke Ani, Firduz, Edin, Maarten, Friedhelm,Hannes und natürlich Giovanni für die tolle Zeit.


Bosnien war wie immer eine super Destination und ich freue mich bereits auf meinen nächsten Trip mit einer Gruppe im Oktober sowie meinem anschliessenden «Huchentrip» im November.


Noch ein paar Worte zu den Fotos mit Fischen. Immer wieder werde ich darauf angesprochen- so unter dem Motto « ihr habt aber viele Fische gefangen» Was in meinen Augen leider einen falschen Eindruck hinterlässt. Diese Fänge sind ein Resultat von vielen Stunden am Wasser mit vielen Durststrecken in welchen nichts läuft und in meinen Augen von den Teilnehmern hart erarbeitet. Natürlich ist die Stückzahl/ Grösse um einiges höher als z.B.in der Schweiz, aber sicherlich nicht leicht zu fangen. Die Chancen sind einfach um einiges grösser aber das Können der Drift/ Präsentation ist ebenfalls von enormer Wichtigkeit.


Hier ein paar Impressionen von tollen Landschaften und natürlich glücklichen Fliegenfischern.

 

Nächste Touren sind in Planung für das Frühjahr 2023

Herbst Reisen 2022 sind bereits ausgebucht.


Für Huchen im November / Dezember haben wir noch freie Plätze.


daniele@flyfishing-difronzo.ch

+ 41 79 759 22 70

Tight lines und gesund bleiben