• Daniele Di Fronzo

Herausforderung Huchen

Zweihand oder Einhand , was für Streamer ....usw.


 


Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen verschiedene Sachen zu testen und plante mir dafür 3 Tage am Ende des Guidings ein.Die Intention war herauszufinden, wann welche Rute/Schnur einzusetzen ist, die ideale Grösse/Gewicht der Streamer zum optimalen Werfen sowie das Auskundschaften diverser neuer Spot.


Mehr aber dazu später, denn zuvor war ich mit Gästen unterwegs.


Mit Sven fuhr ich mit dem Auto nach Slowenien, um auf dessen Wunsch hin 2 Tage in der Sava auf Aeschen/Forelle zu fischen und sein Level noch zu verbessern. Genau am Tag unserer Ankunft begann es so heftig zur regnen, dass wir wie schon so oft in diesem Jahr, ausweichen mussten. Eine glückliche Fügung im Nachhinein, denn wir bekamen Zugang zu einem wunderschönen Fluss mit einem tollen Forellenbestand. Die Nymphe konnten wir in der Box lassen und alle Fische mit der Trockenfliege überlisten, einfach nur genial! Und dies ohne Ringe notabene. Am zweiten Tag befischten wir die Sava unter nicht optimalen Bedingungen. Trotzdem gelang es uns doch noch einige Fische dranzukriegen.

Erwartungsvoll reisten wir weiter noch Bosnien in der Hoffnung dort bessere Bedingungen anzutreffen um noch einige Tage an den tollen Flüssen dort zu fischen. Tatsächlich waren die Flüsse am Abend bei der Ankunft perfekt und die Gruppe vor uns hatte eine fantastische Zeit bei idealen Wasserständen gehabt.

So wie mir berichtet wurde waren 6 Huchen gelandet worden und ungefähr 6 weitere gingen im Drill verloren. Da kam natürlich Freude auf! Voll motiviert gingen wir zu Bett und freuten uns auf einen grossartigen Tag. Leider kam noch in dieser Nacht der grosse Regen, irgendwo da oben in Kroatien, und die Flüsse stiegen von Stunde zu Stunde an. Wir hatten dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass trotzdem was ging. Leider gelang es uns am Morgen gerade noch ein paar Aeschen zu fangen, aber die Huchenfischer hatten keinen Biss.


Meine Gruppe vergrösserte sich mit der Ankunft von Joachim, Ralf und Maarten und wir schmiedeten gemeinsame Pläne für den folgenden Tag.Da das Wasser immer noch weiter anstieg beschlossen wir 5 kurzfristig an die Ribnik zu fahren. Tatsächlich fingen wir dann auch ein paar Fische und hofften darauf, dass das Wasser am nächsten Tag wieder etwas fiel um bessere Bedingungen anzutreffen. Leider wurde es nur noch schlimmer. Da die Gruppe einfach alles gab und beharrlich dran blieb fingen wir trotz den widrigen Umständen noch ein paar Fische. Sven musste leider zurück in die Schweiz und wir 4 hielten noch einen Tag bei weiterhin mässigem Erfolg durch.


Also zurück an die Una, wo in den letzten Tagen nicht gefischt werden konnte, aber die Wasserstände wieder langsam sanken. Uns blieben nur noch 3 Tage und wir wollten das Beste daraus machen. Mit den Booten konnten wir nicht alle Stellen befischen da der Wasserdruck enorm war. Sicherheit ist das oberste Gebot und kein Huchen ist es Wert zu viel zu riskieren. Ralf hatte bis dato noch nicht mit einer Zweihand gefischt und daher übten wir im Vorfeld noch ein wenig am Fluss. Das System ist relativ einfach und wurde von ihm bestens umgesetzt. Schon bald warf er den Streamer so aus als hätte er nie etwas anderes gemacht. Bereits nach einer Viertelstunde hatte ich einen dran, den ich aber leider wieder verlor. Immerhin gab uns dies die Hoffnung, dass alles gut kommen würde. Leider war dem nicht so und sogar Joachim, der mit der Spinnrute fischte und eigentlich im Vorteil war konnte nichts ans Band bringen.

Einen Tag verbrachte ich mit Joachim noch zu Ausbildungszweck an einem Fluss, aber wir waren chancenlos und somit war dies die schlechteste Woche ever. Trotz den widrigen Verhältnissen hatten wir Spass in der Gruppe und beschlossen das Abenteuer im nächsten Jahr zu wiederholen.


Mich führte mein Weg zurück nach Slowenien um mich mit Stanislav Mankov zu einem dreitägigen Erfahrungsaustausch zu treffen. Grundsätzlich kann man mit schweren Streamern und Zweihand sehr lange Würfe machen, die aber die Grundsätze des Fliegenfischen verletzen.Der Vorteil für Anfänger ist dabei, dass man sehr schnell auf die gewünschten Weiten kommt. Dass man somit gerade so gut mit einer Spinnrute fischen könnte muss man sich als Vorwurf gefallen lassen. Möchte hier nicht länger darauf eingehen und überlasse jedem das System zu wählen, dass er möchte, aber die Nachteile überwiegen bei weitem. Besonders bei Würfen ohne Rückraum ist man hoffnungslos verloren an den Ufern, mit dem Boot hat man hier sicherlich mehr Möglichkeiten eine Lösung zu finden. Im Vorfeld hatte ich mich damit beschäftig, welche Schnur/Schusskopf ich brauchte um meine Rute optimal für Rollwürfe/ Switchcast zu laden und war mit dem Resultat echt zufrieden. Nun galt es die Streamer zu testen, welche in etwa 15 - 20 cm lang sind, und ein Gewicht von 3-5 Gramm überschreiten. Das Material der Streamer hat Stanislav perfekt zusammengestellt und ich war schlichtweg begeistert von seinem Streamer, obwohl meiner von Peter Kunz gebaut wurde und meinem Empfinden nach ebenso mithalten konnte. Als ich vor Jahren begann mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen habe ich festgestellt, was für ein Geheiminis um diese Streamer gemacht wird. Das ging sogar so weit, dass ich persönlich angegriffen wurde als ich einen Post mit Foto veröffentlichte. Jeder beansprucht hierbei ein Urheberrecht für sich und man sollte daher sehr vorsichtig sein, wie man damit umgeht. Das Ergebnis mit meinem Material konnte sich sehen lassen. In den 2 Tagen brachte ich 3 Huchen dazu sich für mich zu begeistern, leider ohne finalen Erfolg. Stanislav hatte in diesen 2 Tagen keinen ernsthaften Anfasser, obwohl er in meinen Augen noch versessener darauf ist als ich. Nach 2 Jahren Erfahrung damit kann ich nur sagen, dass ich das richtige Set-up habe, welches mich absolut zufriedenstellt und meine Zielvorstellung voll erfüllt. Meine Kombination der Einhand stellte sich ebenfalls als sehr gut heraus, wobei ich dort mit dem Streamer ein wenig kleiner operierte.


Ein weiterer grosser Trend den wir derzeit verfolgen ist das Fischen mit der Maus, welches an gewissen Stellen sehr effizient sein kann. Wie bei den Streamern wird auch hier die Entwicklung natürlich streng geheim gehalten. Aber wir bleiben dran und es gibt auch schon einige Prototypen. Das Besondere daran ist das Fischen an der Oberfläche, was bei einem Take natürlich nicht zu übertreffen ist.


Was ist besser, Zweihand oder Einhand? Das war eine weitere Aufgabe, die es zu prüfen galt.


Wer so werfen kann wie Stanislav kann sehr lange mit der Einhand mithalten, aber an breiten Flusspartien musste er einfach zu tief hinein um seine Würfe zu platzieren. Bei kaltem Wasser ist es mit der Zeit sehr unangenehm immer bis zum Bauchnabel, oder gar noch tiefer im Wasser zu stehen. Gerade die Sava hat gewisse Stellen, welche hier sehr viel Aufwand abverlangen und da war ich ihm überlegen, da ich praktisch ohne Rückraum auskam. In Flüssen in der Grösse der Savinja wechselte auch ich auf die Einhand, wobei sich hier die Anpassung der Schnur in gewissen Abschnitten als überaus wichtig erwiesen hat. Zusammenfassend kann man festhalten, dass man auch mit der Einhand in grossen Flüssen gut zurechtkommt, dies bedingt allerdings ein sehr gutes Level als Werfer um die diversen Herausforderungen meistern zu können. Die Zweihand ist sicherlich um einiges einfacher zu handhaben und verlangt nicht die optimale Qualität eines Werfers, da die Präsentation beim Huchenfischen besonders in breiten Flüssen nicht allzu relevant ist.


In der kurzen Filmsequenz, die von Stanislav mit der Drohne gefilmt wurde, seht ihr wie ein Huchen meinen Streamer verfolgt, aber nicht beisst. Was uns zur letzten Frage bringt: wann, auf was und wo beisst der Huchen. Unserer Meinung nach ist der Zeitpunkt der alles entscheidende Faktor und alles andere ist sekundär. Genau dieser Fisch, der meinen Streamer verfolgt hatte wurde einen Tag später gefangen. Nachdem 3 Fischer über den Tag verteilt ihr Glück versucht hatten wurde er beim vierten Wurf gehackt (115 cm). Es gilt der Grundsatz «die Huchen musst du suchen». Ergo, je mehr Wasser du abdeckst umso Grösser sind deine Chancen einen Willigen zu finden.






Wir werden nächstes Jahr wieder einige Huchen-Tripps durchführen und sind gerne bereit unser Know-how zur Verfügung zu stellen. Alles was du mitbringen musst um das Glück zu haben einen solchen Fisch zu fangen ist unendliche D: Wir haben hier aktuelle Huchen aus dieser Saison veröffentlicht und nicht aus den 2 Tagen.


Viel Spass beim Surfen in der Fotogalerie

 

Huchenfischen 2022


Wir organisieren wieder einige exclusive Tripps für nächstes Jahr an der Una in Bosnien. Ein besonderes Highlight ist natürlich dort den Canyon zu befischen. Im weiteren habe ich mit Stanslav Mankov vor auch einige Tage in Slowenien ein paar exclusive Strecken zu befischen.

Kosten Woche : ab 1590.-- Euro oder 2-3 Tagestripp sind natürlich auch möglich.

Inclusive Guiding/Patente /Halbpension


daniele@flyfishing-difronzo.ch

+ 41 79 759 22 70


Tight lines und gesund bleiben