• Daniele Di Fronzo

Bitte keine unerwünschte Fische

was kann man dagegen tun ..

 

Die Eröffnung der Forellensaison lässt so manchen Fliegenfischer schon einige Wochen davor nicht schlafen. Insgeheim weiss man ja, dass die ersten Tage und Wochen gar nicht so ergiebig sind- und dennoch kann man es kaum erwarten. Folgender Mechanismus setzt ein: Die Materialeinkäufe nehmen zu, erhöhte Präsenz in den einschlägigen Foren, Pflege der Ruten und Rollen und das Auskundschaften der Pachtstrecke. In Gedanken entsteht schon der Plan wo, wann und wie man die möglichen Stellen befischt.


Obwohl ich schon so manchen Saisonstart erlebt habe kommt noch immer eine gewisse Unruhe über mich. Und dies ist ja gut so.


Für einmal kann man sagen, dass die Saison unter guten Bedingungen angefangen hat. Die Kälte und die Wasserstände waren verglichen mit anderen Jahren besonders gut. Mein erster Ausflug an unsere Suhre war wie zu erwarten war kein Highlight und bescherte mir und meinen Kameraden einen Nuller. Aber schon 2 Wochen später wurde die erste Forelle gefangen und die Barben stiegen auch schon richtig ein. Auch die Reuss, welche ich mit Michele eröffnete brachte einen Nuller und wird für die Fliegenfischer

erst im nächsten Monat interessant. Es gibt einige wenige Flüsse in der Schweiz, welche schon anfangs März funktionieren und wo ich auch meine Guidings durchführe.


Dieses Jahr hatte ich mir für den ersten Monat aber etwas besonders vorgenommen.

Gewisse Strecken, die ich in dieser Zeit befische beherbergen auch Äschen und ich wollte versuchen Beifänge zu vermeiden.


Wo ist nun das Problem?

Das Laichgeschäft ist meistens schon in vollem Gange, just wenn die Forellensaison losgeht. Früher war dies kein Problem, heute jedoch schon, denn die Sensibilität der Fliegenfischer hat heute ein ganz neues Level erreicht. Die Meinungen gehen hier weit auseinander. Bis hin zu Aussagen, dass die Fischerei generell geschlossen werden sollte bis in den Mai hinein. Dies finde ich persönlich nicht zielführend und reduziert die Fischerei um mehrere Wochen im Jahr. Um den Interessen aller gerecht zu werden

braucht es eine gemeinsame Strategie um eine Win-win-Situation zu erreichen.


Was habe ich versucht:

Grundlegend mit anderen Nymphen zu fischen.

Bei den Vorfächern um einiges kürzer/dicker zu fischen.

Gewisse Läufe die ich vorgängig gespottet habe bewusst nicht zu befischen

Ausschliesslich versucht in schnelleren Läufen zu fischen.


Resultat

Es gibt kein geeignetes Mittel, das verhindert Äschen zu fangen.

Auf eine Forelle ist es in meinen Gewässern so, dass die Wahrscheinlichkeit 1 zu 4 beträgt.

Die Problematik ist die sehr hohe Aggressivität der Fische im Laichgeschäft.

Normalerweise stehen die Aeschen bockstill in der Rinne und bewegen sich keinen Millimeter.

Nicht aber in dieser Zeit! Ich habe bewusst Forellen angefischt und erlebt wie die Ungewollten ausgebrochen sind um über einen Meter entfernt die Nymphe zu nehmen.


Fazit

Wer in dieser Zeit nicht fischen geht kennt das Problem nicht.

Wer fischen geht und einen Fisch im Laichgeschäft fängt sollte diesen möglichst schnell wieder abhaken.

Fische nicht für Facebook/ Instagram usw. zu fotografieren sollte man sich als Ehrenkodex freiwillig auferlegen.Dies löst nur einen unnötigen Shitstorm aus, was die Fliegenfischerszene unnötig auseinander dividiert. Zu beachten ist ebenfalls, dass in einigen Länder das Äschenfischen aufgrund von unterschiedlichen Gesetzeslagen nicht verboten ist.Dadurch kommt es häufig zu Verwirrungen und man sollte sich vorab richtig informieren bevor man unberechtigt Leute vorverurteilt.


Die Problematik kann endgültig nicht gelöst werden aber es ist wichtig wie man damit umgeht.


Ein weiteres Problem im Frühjahr ist, dass viele Bäche nicht betreten werden dürfen und das Waten verboten ist. Dies ist sicherlich auch korrekt. Erschwert aber gerade den noch nicht sehr versierten Fliegenfischern das Werfen. Gerade in Bächen, welche sehr verwachsen sind und kein Rückraum besteht ist es sehr wichtig den Rollwurf / Switch Cast gut zu beherrschen. Bei meinen Guidings und Workshops habe ich viel Wert darauf gelegt und diesem Punkt eine grosse Priorität eingeräumt.

Man darf ruhig behaupten, dass wer sich diesem Thema vermehrt widmet befischt dadurch nicht nur mehr Stellen sondern auch um einiges effizienter. Gerade in diesem Bereich stelle ich öfters fest, dass auch sehr versierte Fliegenfischer ihre Möglichkeiten da noch nicht voll ausschöpfen. Falls jemand interessiert ist kann er gerne mal so einen Workshop bei mir besuchen um etwas Neues zu entdecken und den Horizont zu erweitern.


In diesem Sinn wünsche ich allen einen weiterhin tollen Verlauf der Saison.

Hier habe ich euch noch ein paar Fotos von meinen Ausflügen zusammengestellt.

Viel Spass beim Anschauen!


 

Falls du Lücken hast in Bereich Fischen oder Würfe

einfach melden. Biete diverse Workshops an

für alle Bereiche wie zb:

Menden

Präsentation Nymphe / Trockenfliege

Trickwürfe

Switchcast

Doppelzug

usw.

Diese Impulse können in Kurse von 3-4 Stunden abgehandelt werden.


daniele@flyfishing-difronzo.ch

+ 41 79 759 22 70

Tight lines und gesund bleiben